Mann in Sakko steht vor einem mehrstöckigen Hotelgebäude mit Innenhof.
Geschäftsführer Torben Hacke im Innenhof des Hotels Schönau.
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Interview

Familienunternehmen mit Tradition: Tagungen und Feiern im Hotel Schönau

Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen des Vier-Sterne-Hotels Schönau in Peine: Mit 111 Jahren blickt die Hotel Schönau GmbH auf eine lange Erfahrung in Hotellerie und Gastronomie zurück. Seit dem Jahr 2007 verantwortet Geschäftsführer Torben Hacke das Familienunternehmen mit 42 Beschäftigten. Im Gespräch mit Peine.NextLevel spricht der 51-Jährige über Pläne zur Erweiterung und verrät, warum er praktisch im Hotel aufgewachsen ist, worauf es beim Umgang mit Gästen ankommt und warum sich Mut bei der Gestaltung der Innenarchitektur auszahlt. 

Peinen Next.Level: Herr Hacke, wie hat sich das Hotel seit Gründung des Familienbetriebs im Jahr 1915 entwickelt?

Torben Hacke: 1955 wurde die frühere Gaststätte abgerissen und von meinem Großvater das Haus an der Peiner Straße gebaut, in dem heute das Restaurant untergebracht ist. Damals wurden die ersten „Fremdenzimmer“ eingerichtet. Seitdem ist das Hotel mehrmals erweitert worden. In den 90er-Jahren wurde der Saal vergrößert und der Fahrstuhl eingebaut. 2010 haben wir das Haus um 20 Zimmer erweitert, 2015 entstanden der neue Innenhof, das neue Foyer sowie der zweite Veranstaltungsraum. Dazu kamen viele weitere kleine Renovierungen hinter den Kulissen – von der Modernisierung der Küche bis hin zur Verkabelung der Access-Points für die WLAN-Nutzung. 

Wie lange arbeiten Sie bereits in der Hotellerie?

Meine Ausbildung zum Hotelkaufmann habe ich 1995 begonnen, aber ich bin schon praktisch damit aufgewachsen – die ersten 14 Jahre meines Lebens habe ich in diesem Haus gelebt, damals wohnten wir in der Betreiberwohnung im Obergeschoss. Ich kannte also die Trennung zwischen dem privaten und dem geschäftlichen Zuhause nicht. Meine Eltern haben viel gearbeitet, waren aber für mich immer greifbar – und natürlich sind sie in unserem Familienunternehmen auch heute noch wertvolle Ratgeber für mich. Früher waren es eher operative Fragen, heute geht es mehr um die strategische Entwicklung des Unternehmens.

Was ist das Kerngeschäft von Hotel Schönau? 

Es gibt zwei Schwerpunkte: Unter der Woche richten wir viele geschäftliche Tagungen aus. Wir sorgen für das passende Technikpaket, bieten mehrere Räume für Workshops in kleineren Gruppen an sowie eine Rund-um-Verpflegung, abends erfolgt dann der Ausklang an der Bar  – die Kunden bekommen also von uns alles aus einer Hand. Unser Restaurantbetrieb läuft von Montag bis Donnerstag, denn an den Wochenenden liegt unser Fokus auf den familiären Feiern wie Geburtstage, Jubiläen, Hochzeiten. 

Innenhof eines Hotels mit Sitzgruppen aus Rattanmöbeln und Bäumen entlang eines gepflasterten Wegs bei Dämmerung. Entspannte Erholung im Freien: Der Innenhof im Hotel Schönau wurde 2015 erbaut.

Wo liegen die aktuellen Herausforderungen?

Die digitale Transformation – wir arbeiten an der Einführung des digitalen Check-in, sodass der Gast mit dem Smartphone sein Zimmer öffnen oder die Rechnung begleichen kann. Das werden nicht gleich alle unsere Gäste nutzen, aber digitale Lösungen werden immer häufiger nachgefragt. Das fängt bei der Rechnung an, die als PDF statt auf Papier die Reisekostenabrechnung erleichtert. Wir müssen digitaler werden, dürfen aber das Menschliche nicht aus dem Blick verlieren – es wird bei uns also auch immer einen Rezeption geben, damit unsere Gäste sich mit einem persönlichen Ansprechpartner gut aufgehoben fühlen.

Welche Vorhaben stehen als nächstes an?

Wir möchten die derzeitige Zahl von 61 Zimmern und Suiten erhöhen. Die Flächen sind vorhanden, die Gespräche mit Stadt und Bauamt laufen bereits. Eine Erweiterung des Bestandsgebäudes ist aufwendiger, als neue Gästehäuser zu bauen, aber wir möchten gerne, dass der Gast alle Räume erreichen kann, ohne sich ins Freie begeben zu müssen. Im Erdgeschoss kann man sich barrierefrei bewegen, das ist keine Selbstverständlichkeit für ein so altes Haus. Wir legen Wert darauf, dass Alte mit dem Neuen so zu verbinden, dass alles wie aus einem Guss wirkt, wie dieser Raum, in dem wir sitzen.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen für die Innenarchitektur?

Unsere Familie ist sehr meinungsstark und hat eine genaue Vorstellung von der Gestaltung eines Hotels, insbesondere was die Laufwege anbelangt. Aber wir lassen uns beim Design gerne von einer Agentur aus der Region beraten. Diese hat einen frischen Blick auf die Innenarchitektur und ist dabei zuweilen auch mutiger ist als wir. Diese Tapete hier (Hacke zeigt auf eine verspielte Tapete mit Zebras) hätten wir uns jetzt vielleicht nicht ausgesucht, aber ein mutiges Design ist alles andere als langweilig und bleibt dem Gast im Gedächtnis. 
 

Mann sitzt in einem mit floraler Tapete, grüner Polsterbank und runden Tischen ausgestatteten Hotelzimmer mit orangefarbenen Kissen. Geschäftsführer Torben Hacke: „Ein mutiges Design bleibt dem Gast im Gedächtnis. “

Worauf kommt es beim Umgang mit Gästen an?

Auf die Bedürfnisse des Gastes eingehen, ohne ihn danach fragen zu müssen. Dafür bedarf es einer gewissen Erfahrung in der Branche. Einen Geschäftsreisenden spreche ich anders an als die Gäste einer Familienfeier. Ich muss ein Gefühl dafür entwickeln, wie ich auf die Menschen zugehen muss, da lernen wir alle jeden Tag neu dazu. 

Woher kommen ihre Gäste?

Unsere Tagungsgäste kommen oft aus der Region, also Hannover, Braunschweig, Hildesheim, Salzgitter oder Wolfsburg. Viele buchen uns gerne wegen unserer zentralen Lage. Die Gäste familiärer Feiern kommen aus dem ganzen Landkreis Peine, bei Hochzeitsfeiern auch aus der Region. Die Gäste schätzen es zudem, wenn Sie nach der Feier hier schlafen und am nächsten Tag ausgiebig frühstücken können. Der Wettbewerb ist hoch, Paare wägen die Wahl der Location wegen der Kosten sorgfältig ab. Eine Vorbesichtigung kann da schon mal eine Stunde dauern. Das ist viel Zeit, aber wenn das Interesse da ist, lohnt es sich für uns, den Menschen von Anfang an zu vermitteln, dass sie bei uns gut aufgehoben sind. 

Welche prominenten Gäste gab es schon in Ihrem Haus?

Wenn in den Peiner Festsälen Aufführungen stattfinden, sind immer wieder Schauspieler bei uns zu Gast. Beispielsweise Thorsten Nindel, bekannt als Zorro in der TV-Serie Lindenstraße, der bei der BRAWO Silvesternacht die Hauptrolle in „Heinrich Heine in Peine“ spielte. 
 

Außenansicht eines Hotels mit beleuchtetem Eingangsbereich und vorbeifahrendem Verkehr bei Nacht. Das Hotel Schönau an der Peiner Straße 17 wurde bereits 1955 erbaut und seitdem mehrmals erweitert und modernisiert.

Gab es besondere Feiern, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Wichtig zu verstehen ist, dass wir in unserem Hotel jede Woche Feiern ausrichten, diese aber für die Gäste eine singuläre Angelegenheit sind. Eine Silberhochzeit, ein Candle-Light-Dinner zum 20-Jährigen – wir begleiten immer ganz besondere Momente, das darf nie zur Routine werden. Viele Paare beschreiben ihre Hochzeit so, als wären sie durch den Tag geflogen, weil so viel auf sie eingeströmt ist. Unsere wichtigste Aufgabe ist, für einen reibungslosen Ablauf der Feier zu sorgen und immer flexibel auf die Bedürfnisse der Gäste zu reagieren, denn am Ende kommt es immer darauf an, dass sich die Gäste bei uns wohlfühlen.

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