Zwei Männer mit Schutzbrillen und Gehörschutz arbeiten an einem großen Metallzahnrad in einer Industriehalle – die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK zeigt verbesserte Auftrags- und Exportaussichten.
Engineer inspecting worm gears in engineering factory
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IHK-Konjunkturumfrage

Erste positive Signale im Wirtschaftsraum Braunschweig

Die Stimmung in der Wirtschaft im Raum Braunschweig-Wolfsburg bleibt im dritten Quartal 2026 verhalten. Gleichzeitig zeigen sich in einzelnen Branchen positive Entwicklungen, insbesondere bei den Auftragseingängen, Exporterwartungen und im Großhandel. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Braunschweig und der IHK Lüneburg-Wolfsburg für das dritte Quartal 2026. Für die Erhebung wurden zwischen Mitte September und Anfang Oktober 284 Unternehmen aus der Region befragt.

Konjunkturklima bleibt weitgehend stabil

Der regionale Konjunkturklimaindikator ist gegenüber dem Vorquartal leicht von 79 auf 80 Punkte gestiegen. Damit liegt er weiterhin unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Erholung in der Region bislang nur langsam entwickelt. Rund jeder fünfte Betrieb bewertet seine aktuelle Geschäftslage als gut, mehr als die Hälfte als befriedigend. Bei den Erwartungen für die kommenden Monate überwiegt weiterhin die Zurückhaltung. Hohe Energie- und Arbeitskosten, wirtschaftspolitische Unsicherheiten und eine schwache Inlandsnachfrage zählen zu den größten Herausforderungen. 

Die Industrie steht weiterhin unter besonderem wirtschaftlichem Druck. Der entsprechende Konjunkturklimaindikator sank von 83 auf 74 Punkte. Dennoch zeigen sich bei wichtigen Einzelindikatoren positive Entwicklungen. So berichten nur noch 16 Prozent der Industriebetriebe von rückläufigen Auftragseingängen, gegenüber 47 Prozent im Vorquartal. Gleichzeitig ist der Anteil der Unternehmen, die mit sinkenden Exporten rechnen, von 44 auf 11 Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung deutet auf eine Stabilisierung einzelner Geschäftsbereiche hin, auch wenn die allgemeine Stimmung in der Industrie weiterhin zurückhaltend bleibt.

Großhandel zeigt deutliche Verbesserung

Besonders positiv entwickelt sich das Konjunkturklima im Großhandel. Der Branchenindikator stieg von 42 auf 90 Punkte und erreichte damit erstmals seit dem Winter 2022 wieder dieses Niveau. Sowohl Umsätze als auch Erträge haben sich gegenüber dem Vorquartal verbessert. Mehr als jedes vierte Großhandelsunternehmen rechnet für die kommenden Monate mit einer weiteren positiven Geschäftsentwicklung. Im Einzelhandel bleibt die Situation dagegen anspruchsvoll. Der Konjunkturklimaindikator verharrt bei 60 Punkten. Die schwache Konsumneigung und steigende Betriebskosten belasten weiterhin die Geschäftsentwicklung. Auch im Dienstleistungssektor bleibt die Lage mit 88 Punkten weitgehend unverändert.

Ein besonderes Zukunftsthema beleuchtet der Konjunkturbericht mit einer Sonderauswertung zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Rund 87 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits KI-Anwendungen. Gut jeder zweite Betrieb erwartet langfristig deutliche Veränderungen der Tätigkeitsprofile. Gleichzeitig sieht die Hälfte der Unternehmen Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf im Umgang mit der Technologie. Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Bedeutung digitale Kompetenzen und die Weiterentwicklung beruflicher Qualifikationen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Investitionen und Fachkräfte bleiben wichtige Standortthemen

Bei Investitionen und Personalplanungen agieren die Unternehmen weiterhin vorsichtig. Rund 31 Prozent erwägen, ihre Investitionsbudgets zu reduzieren. Gleichzeitig hält fast die Hälfte an ihren bisherigen Investitionsplänen fest. Auch auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich ein differenziertes Bild: Während einige Unternehmen Personalabbau in Betracht ziehen, können andere offene Stellen aufgrund fehlender Fachkräfte nicht besetzen. Für Wirtschaftsstandorte wie Peine unterstreichen diese Entwicklungen die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen, qualifizierter Fachkräfte und guter Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen.

Der aktuelle Konjunkturbericht zeigt, dass die regionale Wirtschaft weiterhin vor erheblichen Herausforderungen steht. Gleichzeitig liefern verbesserte Auftrags- und Exporterwartungen, die Entwicklung im Großhandel und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz wichtige Ansatzpunkte für die Zukunft. Für den Wirtschaftsstandort Peine bleibt es deshalb von Bedeutung, Unternehmen zu vernetzen, Innovationen zu fördern und die Standortbedingungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten können starke Partnerschaften, Fachkräfteentwicklung und digitale Transformation wichtige Grundlagen für langfristige Wettbewerbsfähigkeit schaffen.


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